Studierendenleben

Zwischen schlauen Kommentaren von der Familie "Ihr müsst doch gar nichts mehr lernen - geht doch jetzt alles mit KI!" und dem Druck genau jetzt das perfekte Leben zu führen. Jetzt ist die Zeit um Alles zu erleben.

Aber wir sind doch noch Kinder, wissen nicht wie man die richtigen oder überhaupt irgendwelche Entscheidungen trifft. Wir sitzen in unserer WG mit Leuten, die wir nicht kennen. Essen das was es Zuhause gab, ohne das es je so schmeckt wie von Mama gekocht. Wir sind irgendwo dazwischen.

Alt genug um unsere Rechnungen zu bezahlen und einkaufen zu gehen aber eigentlich wollen wir nur in den Tag hinein leben und schauen was passiert. Wir wollen Sachen lernen, die uns wirklich interessieren und die langen Sommernächte im Park verbringen. Wir wissen nicht was der nächste Tag bringt und selbst wenn heute schon perfekt war, gibt es immer jemanden, der mehr oder besseres erlebt hat. Wir können uns nicht zufriedengeben mit dem was wir haben. Wie auch? Immer im Glauben, wir können alles werden und alles sein was wir wollen.

Jetzt stehen wir da ohne zu wissen wer wir sind oder was wir wollen und schwimmen einfach im Strom mit den anderen, die ihr Ziel auch nicht kennen. Wir sind irgendwo dazwischen. Zwischen altem was wir kennen und dem neuen Unbekannten. Später blicken wir zurück und sagen das war die beste Zeit überhaupt. Aber jetzt sitze ich zwischen Wäschebergen, Klausurstress und dem Putzplan, an den sich eh niemand hält. Und ich denke dabei: hoffentlich hat sich alles am Ende gelohnt. Die schlaflosen Nächte in der Bibliothek, das schlechte Essen und die miesen Entscheidungen.

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