Warum kann ich mich nicht zweiteilen? Genau das würde ich momentan am liebsten tun. Nur so kann ich bei allen wichtigen Ereignissen dabei sein. Jetzt habe ich das Gefühl immer etwas zu verpassen. Zum einen möchte ich zurück in mein altes Leben. Zu Freunden, Familie und dem täglichen Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit. Aber auf der anderen Seite möchte ich mich zu 100% auf Köln und mein neues Leben hier einlassen - ankommen. So oder so findet mein Leben jetzt in Köln statt und mein Zimmer bei meinen Eltern fühlt sich nicht mehr nach Zuhause an, sondern einfach nur leer. Ich bin irgendwie dazwischen. Zwischen meinem "alten" Leben bei meiner Familie und meinem "neuen" Leben mit neuen Leuten in einer neuen Stadt.
Wenn ich meine Freunde aus der Heimat frage was es Neues gibt, antworten sie meistens "Nichts". Aber wie kann das sein, wenn ich jeden Tag so viel erlebe?! Aber trotzdem verpasse ich dort etwas - die abendlichen Gymsessions, verdammt schlechte Witze oder die nächste Nacht in dem einen Club in Münster. Nachrichten und Anrufe werden immer seltener und wir leben uns auseinander, verändern uns in unterschiedliche Richtungen.
Alle haben mir gesagt es würde so kommen und trotzdem bin ich überrascht. Mein Mitbewohner meint ich muss loslassen, ich wohne jetzt schließlich in Köln, hier ist mein Leben. Ich weiß er hat Recht. Trotzdem kann und will ich nicht, sondern versuche die beiden Welten zu verbinden. Aber leichter gesagt als getan.

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